Die Juni-Ausgabe der NATURFREUNDiN ist da. Die Titelgeschichte des Mitgliedermagazins der NaturFreunde Deutschlands führt in eine Flusslandschaft, in der sich vieles verdichtet, was NaturFreund*innen bewegt: Naturschutz und Erholung, Industriegeschichte und Renaturierung, sanfter Tourismus und nicht zuletzt die Frage, wie Mensch und Natur zusammenleben können.
Vorgestellt wird das Murgtal im Nordschwarzwald, das die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband zur Flusslandschaft der Jahre 2026/27 ausgerufen haben. Einst war die Murg ein fischreicher Schwarzwaldfluss, später wurde sie durch Papierindustrie, Wehre, Abwasser und Wasserentnahme stark belastet.
Heute werden Flussauen renaturiert, Hindernisse für Wanderfische verschwinden und die Lachse kehren zurück. Die Titelgeschichte zeigt dabei auch: Renaturierung an der Murg ist kein romantischer Rückblick, sondern muss neben der Gewässerökologie zum Beispiel auch mit dem Hochwasserschutz und Konflikten um Flächen in den dicht besiedelten Tälern umgehen.
Hier kannst du die Ausgabe 2-2026 der NATURFREUNDiN als PDF downloaden.
Sanfter Tourismus im Praxistest
Das Murgtal ist nicht nur ökologisches Projekt, sondern auch ein starkes Beispiel für NaturFreunde-Angebote: Drei Natura Trails führen durch das untere Murgtal, Wanderwege begleiten den Fluss von den Quellen bis zur Mündung, die Tour de Murg lädt zum Radfahren ein – und in der Flusslandschaft liegen zwölf Naturfreundehäuser. Wer wissen will, wie sich Naturerlebnis, umweltbewusste Mobilität und bezahlbare Erholung verbinden lassen, findet hier viele Anknüpfungspunkte.
Zugleich schaut die Juni-Ausgabe der NATURFREUNDiN kritisch auf die Schattenseiten des Tourismus. Ein Beitrag über Luxustourismus und Flugreisen fragt, warum immer neue Fernflüge, Luxushotels und Ferienwohnungen gefördert werden, während sich viele Menschen gar keinen Urlaub leisten können. Zwischen Barcelona, Mallorca und Berliner Stadtquartieren wird deutlich: Nachhaltiger Tourismus beginnt nicht bei schönen Marketingworten, sondern bei Klima, Wohnen, sozialer Teilhabe und klaren politischen Grenzen für Übernutzung.
Atomkraft, Umweltpolitik und junge Stimmen
Energiepolitisch nimmt die Ausgabe die neue Atomdebatte auseinander. Der Beitrag zur angeblichen Renaissance der Atomkraft erinnert daran, dass neue Reaktoren teuer, langsam, riskant und für eine schnelle Energiewende ungeeignet sind. Im Mitgliederinterview fordert Janine Piper, Leiterin der Bundesfachgruppe Natur- und Umweltschutz, der Natur eine Stimme zu geben – gerade dann, wenn Umweltstandards und Klagerechte unter dem Schlagwort Beschleunigung zurückgedrängt werden sollen.
Auch die Naturfreundejugend kommt stark zu Wort. Zu ihrem 100-jährigen Jubiläum in diesem Jahr geht es nicht nur um Geschichte, sondern um Eigenständigkeit: junge Menschen, die selbst entscheiden, Positionen entwickeln, Freiräume schaffen und sich in Fragen von Frieden, Antifaschismus, Queerfeminismus, Natursport und internationaler Solidarität einmischen.
Von Vietnam bis zur Tour de France
In der Rubrik „NaturFreunde aktiv“ wird die inhaltliche Mischung nochmals breiter: Ein Reisebericht aus Vietnam verbindet Kriegsgeschichte, Mangrovenwälder, Nationalparks, Klimafolgen im Mekongdelta und den Optimismus eines Landes im Wandel. Ein Debattenbeitrag zur Arbeitszeitwende fragt, ob weniger Erwerbsarbeit und weniger schädliche Produktion mehr Lebensqualität ermöglichen könnten.
Die NaturFreunde-Fachstelle FARN erklärt, wie der Mythos vom „Deutschen Wald“ politisch vereinnahmt wurde und warum Naturbilder nie harmlos sind, wenn sie mit Nationalismus und Ausgrenzung verbunden werden. Ein weiterer Beitrag zeigt, warum Vielfalt und Respekt auch NaturFreunde-Themen sind – und was Queer-Sein mit Solidarität, Gleichberechtigung und antifaschistischen Werten zu tun hat.
Sportlich wird es bei der Tour de France: Am 18. Juli führt eine Vogesenetappe an gleich sechs Naturfreundehäusern vorbei – und die NATURFREUNDiN stellt alle vor. Dazu gibt es einen Häusercheck von der Schwäbischen Alb, viele Reise- und Seminarangebote, Ausbildungs- und Fortbildungstermine im Natursport sowie historische Beiträge zu NaturFreunden in der DDR und zum Spanischen Bürgerkrieg.
Die Juni-Ausgabe der NATURFREUNDiN zeigt damit erneut, wie inhaltlich breit die NaturFreunde aufgestellt sind: politisch, ökologisch, sozial, touristisch, sportlich, geschichtsbewusst – und sich dabei immer mit der Frage beschäftigen, wie eine sozialökologischere, ja naturfreundlichere Zukunft praktisch werden kann.
Mehr Ausgaben der NATURFREUNDiN findest du auf www.naturfreundin.naturfreunde.de.

