„Kein Einkommen, dafür saubere Luft“

Vorträge des Online-Fachtags des Netzwerk global vom 27.11.2021

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Was bedeutet das Ausbleiben von Reisenden für Länder des globalen Südens? Welche Lösungen gibt es für das Dilemma, dass viele dieser Länder wirtschaftlich auf die Einnahmen aus dem Tourismussektor angewiesen sind, der Klimawandel aber ein Umdenken im Bereich der Fernreisen erfordert? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich knapp 50 Teilnehmende, viele von ihnen NaturFreund*innen, auf dem Online-Fachtag des Netzwerk global der NaturFreunde Deutschlands am 27. November 2021. Diskutiert wurde auch mit Menschen aus dem Senegal, Nepal und Costa Rica.

Nabaraj Adhikari, NaturFreund aus Pokhara in Nepal, machte in seinem Input deutlich, dass sein Land vorrangig von ausländischen Tourist*innen abhängig sei, denn Einheimische hätten nicht ausreichend Urlaub und keine finanziellen Mittel, um im eigenen Land zu reisen. Das Ausbleiben von Reisenden aus dem globalen Norden und aus Ländern wie China oder Indien treffe Nepal besonders hart.

Doch können wir uns in Anbetracht des Klimawandels leisten, weiter wie bisher mit dem Flugzeug zu reisen? Der Klimawandel erfordert weltweit ein Umdenken bei der Mobilität. Anne Kretzschmar und Alexander Araya vom Netzwerk Stay Grounded gaben einen Überblick über den weltweiten Flugverkehr und stellten ihren Vorschlag vor, wie ein gerechter Übergang vom Flugverkehr zu einer klimafreundlichen Mobilität aussehen könnte.

Der Präsident des Netzwerks afrikanischer NaturFreunde, Mamadou Mbodji aus dem Senegal, griff in einem Kommentar die Beiträge aus Nepal und von Stay Grounded auf. In seinem Vortrag vertrat er die Ansicht, dass Fliegen ein notwendiges Übel sei, da viele Menschen im Senegal und anderen afrikanischen Ländern in Wirtschaftssektoren arbeiteten, die stark von (globaler) Mobilität abhängig seien. Zwar erfordere die Klimakrise ein gemeinsames Handeln aller Länder, dennoch sehe er vorrangig die Länder des globalen Nordens in der Pflicht, ihre Produktions- und Konsummuster zu ändern.

Der Fachtag gab Anregungen und motivierte viele NaturFreund*innen, sich weiterhin für eine sozial-ökologische Transformation einzusetzen.  

Die drei Vorträge können im Downloadbereich auf dieser Seite in der Vortragssprache heruntergeladen werden.